Julian Rosefeldt - Film- und Videokünstler

© Renate Brandt
© Renate Brandt

Studierte Architektur in München und Barcelona, lebt heute in Berlin. 2009 und 2010 Gastprofessor an der Bauhaus-Universität in Weimar. Seit 2010 Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste in München. Seit 2011 Professur für digitale und zeitbasierte Medien an der Akademie der Bildenden Künste, ebenfalls in München. Seine Arbeiten wurden weltweit in Museen und auf Kunst- und Filmfestivals gezeigt und befinden sich in öffentlichen und privaten Sammlungen, wie etwa der Neuen Nationalgalerie in Berlin, dem Museum of Modern Art in New York oder der Sammlung Götz in München.

 

Mit seinen Filmarbeiten schafft Julian Rosefeldt komplexe Bildwelten. Während er für seine frühen Videoinstallationen vor allem found footage aus den Medien verwendet hat, führt er heute in aufwendig produzierten und bis zu 13-kanaligen Filminstallationen ein weites Spektrum an kunst- und filmhistorischen, philosophischen, poetischen und politischen Referenzen zusammen. Dabei agiert Rosefeldt gleichermaßen als Drehbuchautor, Regisseur und zuweilen auch als Produzent. Er bedient sich bewusst einer cineastischen Ästhetik und arbeitet mit professionellen Filmemachern und Schauspielern zusammen. Schlussendlich unterläuft der Künstler jedoch die klassischen Erzählstrukturen des Kinos: Narration wird angedeutet und dann verweigert. Mit Feingefühl und Ironie analysiert Rosefeldt vielmehr kulturelle Paradigmen, alltägliche Handlungen und gesellschaftliche Klischees. Symbolhafte Akte oder Szenen werden als Handlung herausgestellt, die in sich geschlossen und im Loop gefangen bleiben. Dazu komplementieren statische Einstellungen und scheinbar unbewegte Aufnahmen das Gesamtbild. Neben dem sysiphosischen Moment zeichnet sich dabei das tableau vivant als ein weiteres Leitmotiv in Rosefeldts Arbeiten ab. Die Kamera verharrt vor einem sorgfältig komponierten Bildausschnitt, während sich im Vordergrund der Protagonist in teils romantischer Manier in Rückenansicht findet, seinerseits regungslos und versunken. 

www.julianrosefeldt.com

Künstlerisches Schaffen:

Zu den jüngsten Arbeiten von Julian Rosefeldt gehören Manifesto (2015), In the Land of Drought (2015), Deep Gold (2013/2014), Meine Heimat ist ein düsteres, wolkenverhangenes Land (2011) und American Night (2009).

Einzelausstellungen wurden auf der Ruhrtriennale in Duisburg (2016), im Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart in Berlin und im Sprengel Museum in Hannover (2016) gezeigt, sowie im Kemper Art Museum in St. Louis, Michigan (2016) und im ACMI – Australian Centre for the Moving Image in Melbourne (2015).

In den vergangenen Jahren waren Rosefeldts Arbeiten u.a. in folgenden Gruppenausstellungen zu sehen: Wolfsburg Unlimited, Kunstmuseum Wolfsburg (2016); Zeitgeist: The Art of New Berlin, CCBB, Rio de Janeiro (2016); Moving Time: Video Art at 50, 1965-2015, The Eli and Edythe Broad Museum, Michigan (2015); TELE-GEN. Art and TV, Kunstmuseum Bonn, Bonn (2015) sowie Conflict, Time, Photography, Tate Modern, London (2014).