(Digital) Love!

Ein abgedunkeltes  Zimmer, eine Drohne die das Essen durch eine Spinnenweben-verhängte Tür direkt neben die Couch liefert, eine einzelne Person, die via iPad und wandgroßem Bildschirm online mit ihrer großen Liebe flirtet. Sie hat diese noch nie gesehen und generell scheint sie ihre Wohnung seit vielen Jahren nicht mehr verlassen zu haben. Ihr Leben findet im Sessel vor Bildschirmen, Handys und Tablet-PCs statt. Alles lässt sich von ihrem Platz aus steuern. Licht, Essenbestellung und soziales Leben. Bewegung? Fehlanzeige.

Sieht so unsere Zukunft aus? So zumindest erzählt es das Team um Regisseur Marcus Hanisch (Filmakademie Baden-Württemberg) in seinem Kurzfilm. Man hat sich eingerichtet ohne persönliche, menschliche Kontakte. Alles digital und virtuell. Doch plötzlich: Stromausfall! Was nun? Das wichtigste im Leben unserer Heldin ist in Gefahr. Ihre große Liebe, mit der sie bisher nur virtuell Kontakt hatte. Um diese nicht zu verlieren, wagt Sie das nahezu Unmögliche. Sie erhebt sich aus ihrem Sessel, sucht ein Stück Papier, einen Stift und beginnt tatsächlich zu schreiben - wie früher. Nach anfänglichen Schwierigkeiten gelingt ihr schließlich ein "Liebesbrief". Doch nicht nur das! Sie wagt sich nach draussen, findet den Weg zum Haus ihres Liebsten, überreicht ihm den Brief, es knistert! Und zwar so stark, dass die ganze Erde davon erschüttert wird!

Eine rührende Liebesgeschichte, die den erschreckenden Fortschritt der Digitalisierung und somit das Einschlafen persönlicher, sozialer Kontakte kritisiert. Gleichzeitig macht sie aber auch Mut und Hoffnung, dass man immer den Schritt über diese Grenzen hinauswagen kann und sogar muss.

Der Dreh ist seit einer Woche beendet und das Team hat sich nun in den Schnitt und die Postproduktion begeben. Wir drücken die Daumen, sind voller Vorfreude und  gespannt auf erste Fotos und Ergebnisse.