Vom Ende des bloßen Geldverdienens

"Studier` doch BWL oder mach eine Banklehre, damit kann man immer was anfangen". Das werden sicherlich viele junge Menschen schon von ihren Eltern, Familienmitgliedern und/oder Freunden gehört haben. Nicht das ein BWL-Studium oder eine Banklehre schlecht wären, im Gegenteil! 

Der Kern der Sache ist, dass ältere Generationen es gewohnt waren arbeiten zu gehen um Geld zu verdienen, egal ob der Job Spaß gemacht und Erfüllung gebracht hat. Das hat sich heutzutage massiv geändert. Es geht den Menschen nicht mehr nur darum, Ausschau nach dem sichersten Job zu halten, sondern nach dem, der Geld UND Erfüllung bringt. Häufig wiegt der Faktor Erfüllung dabei heute mehr. Die Arbeit ist nicht mehr nur ein Mittel zum Zweck, sondern gehört zu unserem Leben dazu und gibt uns Bedeutung. Und wir wollen auch bedeutend sein und etwas tun was in unseren Augen sinnvoll ist! Dabei ist das Empfinden des Einzelnen wichtig: Eine Tätigkeit muss faktisch nicht weltverändernd sein, um für eine Person Bedeutung zu haben. Und umgekehrt kann auch die innovativste, rentabelste und nützlichste Tätigkeit für einen Menschen unbefriedigend sein, wenn es ihm nicht genug Bedeutung gibt.

Der satirische Kurzfilm "Sisyphos" von Johannes Dreibach (Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF) zeigt dies mit einer ordentlichen Hand voll Charme und Witz. 

Ein junger Mann läuft die Gänge eines Büros entlang. In der Hand hält er eine Box voller bunter Sticker mit fröhlichen Gesichtern. Er kontrolliert seine Kollegen, die unterschiedlichen, aber stets sinnlosen Tätigkeiten nachgehen: Einer sortiert Akten und bringt sie direkt wieder durcheinander und zwei Weitere führen wissenschaftliche Experimente durch, die nichts aussagen. Sobald seine Kollegen ihre Aufgabe erfüllt haben, klebt er an deren Kalender zur Belohnung einen Sticker aus seiner Box. Schnell sieht er sich allerdings mit der Frage konfrontiert, wie menschlich das System, in dem er arbeitet, überhaupt ist. 

Nach zwei erfolgreichen Drehtagen zieht sich das "Sisyphos"-Team nun in den Schnitt zurück. Hier eine paar Eindrücke von der "Sisyphos"-Welt: