"Ertrinken" im World Wide Web

Wir tun es in jeder Lebenslage: Unterwegs auf Straßen und in Bahnen, beim Essen, vor dem Fernseher, während wir uns gleichzeitig mit Freunden unterhalten und so weiter. Wir surfen im Internet. Das endlose Angebot verschafft uns Zutritt zur ganzen Welt und zu einer unendlichen Vielzahl an Informationen. Wir sind damit aufgewachsen, daran gewöhnt und können das problemlos händeln. Allerdings geht es nicht allen so. Wenn (meist ältere) Personen, die diese Art von Kommunikation und Informationsbeschaffung nicht gewohnt sind, ihren Horizont erweitern wollen und sich ins digitale Abenteuer stürzen, laufen sie schnell Gefahr zu "Ertrinken".

Das Team um Regisseur Pedro Harres (Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF), will dies mit ihrem gleichnamigen Film zeigen.

In einem öffentlichen Schwimmbad, welches in der Geschichte das Internet symbolisiert, möchte Hans, ein älterer Herr, gern zum ersten Mal schwimmen gehen. Doch so einfach wie er sich das gedacht hat, gestaltet sich das Ganz nicht. Das Schwimmbad verwandelt sich in ein angsteinflößendes und tiefes Meer aus Daten. Während die Kinder und jungen Leute selbstsicher vom Beckenrand ins (Daten-) Wasser springen, hat es Hans sehr schwer. Er wird vom Bademeister auf das „SIGN IN“-Schild verwiesen, bevor er überhaupt ins Wasser gehen darf und hat Not beim Schwimmen gegen Wellen aus Smileys, Tweets, Instagrambildern und Katzenvideos anzukommen. Schließlich wird er in einen unkontrollierten Strudel aus Sozial-Medien gezogen, aus welchem er sich gerade noch befreien kann.

Der einzige, komplett animierte Kurzfilm im Filmwettbewerb zur Vermächtnisstudie, schafft somit eine wunderbare, kreative und leicht verständliche Metapher zu unserem Leben in der digitalen Welt. Vielleicht "Ertrinken" wir ja zuweilen auch ein wenig darin, ohne es richtig zu merken. Ein schöner Denkanstoß. 

Das Team sendet uns Eindrücke in Form von Storyboards und Bildern der Animationen. Viel Spaß beim Anschauen!