Arbeit - Für immer dein!

Klaus ist Anfang 40, 1,78m groß, schlank, braunes Haar, blaue Augen, Single. Er wohnt in einem Mehrfamilienhaus, in einer schön eingerichteten 65qm Wohnung, hat einen Bürojob und fährt mit dem Bus zur Arbeit. 

Morgentoilette, Tasse Kaffe mit Marmeladentoast, Zeitung lesen, ab zur Arbeit - bis spät abends, nach Hause kommen, Zeit abbummeln, ins Bett gehen. Jeden Tag. Eher einseitig und unaufgeregt, das Leben von Klaus. Zu Hause hat er nicht viel zu tun. Ein bisschen Kindlichkeit und Tatendrang ist ihm geblieben. Man sieht es daran, dass er auf Socken durchs Wohnzimmer rutscht oder sich beim Laufen selbst einen Ball zuwirft. Sonst ist es eher langweilig. 

Doch dann geht Klaus zur Arbeit! Schon im Aufzug steigt die Aufregung. Dann setzt er sich an seinen Schreibtisch. Nun hat er etwas zu tun, ist wichtig, wird gebraucht. Die Kollegen kommen und gratulieren ihm zum großen Kundenauftrag, klopfen ihm auf die Schulter, am Nachmittag ein Drink mit dem Chef, ein Scheck mit Bonuszahlung wird überreicht - so lässt es sich leben. Am Ende des Tages bleibt die Entscheidung: nach Hause gehen wo nichts ist oder auf Arbeit bleiben, wo alles ist? Klaus holt ein Kissen und eine Decke aus der Schublade in seinem Büro...

So verarbeitet der Film "Ein guter Fang" von der Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf (Regie: Sophie Linnenbaum) eines der überraschendsten Ergebnisse der Vermächtnisstudie. Erstaunlich vielen Menschen ist der Job sehr wichtig, häufig sogar wichtiger als die Familie. Das war nicht immer so. Eine Interessante Entwicklung in der deutschen Gesellschaft, die eine filmische Betrachtung verdient. Das Team war auf Motivbesichtigung und hat nun die passende Location gefunden, nach anstrengender Suche, wie man auf den Bildern sieht ;).