Familienzeit bis zum bitteren Ende!

Der Teenager den man zwingen muss am gemeinsamen Frühstück teilzunehmen, anstatt ewig zu schlafen oder ständig zu Freunden zu verschwinden; der Familienvater, der ständig arbeitet und nie zum Essen daheim ist; die gestresste Mutter, die zu erschöpft ist, um zu kochen und nur schnell einen kleinen Snack vor dem Fernseher serviert…. Gemeinsame Familienzeit ist in der heutigen arbeitsreichen und digital vernetzten Welt, in der jeder mit sich selbst beschäftigt ist und zusehen muss nicht unterzugehen, schwierig einzufordern.

Die Mutter in dem Kurfzilm "Sonntags" von Natalia Silenikova (Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf) hat davon die Nase voll! Sie besteht darauf, dass die ganze Familie zum sonntäglichen Frühstück am Tisch sitzt und dort auch bleibt! Alle sind schon genervt von Mutters Strenge und wollen ausreißen. Der Großvater täuscht einen Herzanfall vor, was die 16jährige Tochter als Chance für eine waghalsige Flucht sieht, die auch ihr kleiner Bruder nutzen will. Aber keine Chance! Mama ist blitzschnell und fängt alle ein. Nicht einmal der Wassersprenkler, welcher sich wegen des Zigarettenrauchs der Tochter eingeschaltet hat, sowie der Nachrichtensprecher im TV, der anscheinend eine schlimme Katastrophe verkündet und die schließlich eintreffenden Soldaten mit Gasmasken, die versuchen die Familie von ihren Plätzen zu zerren und in Sicherheit zu bringen, stimmen Mama milde. Jeder muss am Platz bleiben bis zum bitteren Ende!

Mit viel schwarzem Humor und einem ausgefallenen visuellem Konzept, möchte das "Sonntags"-Team deutlich machen, wie wichtig den deutschen eigentlich der gesellschaftliche Zusammenhalt (vor allem familienintern) ist, sie aber viel zu selten fähig sind umzusetzen. 

Der zweitätige Dreh ist gut verlaufen erfolgreich abgeschlossen, wie die Bilder zeigen: