The real Life?

Facebook, Instagram, Vimeo, Snapchat, YouTube und und und. Private und auch öffentliche Nachrichten aus Deutschland und der Welt werden in rasantem Tempo über tausende von Kanälen gestreut. So sind wir schnell mit den neuesten Infos versorgt. Der Wunsch immer "up to date" zu sein und nichts zu verpassen oder zu spät mitzubekommen, steigt mit der Digitalisierung. Aber auch der Wunsch nach Mitteilung eigener Erlebnisse, Meinungen und Gedanken wird immer größer. Wir wollen dauerhaft mit Freunden und der Welt in Kontakt bleiben, uns nach aussen hin präsentieren und unser Leben teilen. Die Einen weniger, die Anderen mehr und Einige ständig. Blog-ger, Snapchat-ter und YouTube-er sprießen aus dem Boden und für einige ist das digitale Teilen ihres Lebens zum Beruf geworden. Die Frage ist nun, wie wird sich dies weiterentwickeln? In wieweit wird diese Art der Kommunikation weiter ausarten?

"Streaming through life“ (Regie: Christoph Eder) von der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF versucht davon ein Ausblick zu geben.

Mit Jumpcuts zeigt der Film die YouTube-Karriere von Anna, in verschiedenen Phasen ihres Lebens. Dabei begleiten wir Anna von ihrem 15. bis zu ihrem 40. Lebensjahr, wobei die Hauptdarstellerin mit speziellen Make Up-Effekten verjüngt bzw. älter gemacht wird. Allein die große Alterspanne, über die hinweg wir Anna als YouTuberin begleiten, macht schon deutlich, wie absurd das digitale Leben werden könnte bzw. bei manchen vielleicht auch schon ist.

Wenn die Kamera dann jedoch noch den Blickwinkel von der Webcam-Perspektive zu einer offenen Ansicht von Annas YouTube-Zimmer wechselt, wird das gesamte Ausmaß deutlich. Wir sehen, dass Annas Zimmer nur ein Studio in einer dicht besetzten YouTuber-Farm ist. Wie in Brutstätten des digitalen Lebens, sitzen die Menschen nebeneinander in Studios nebeneinander um zu "YouTube-en". Der Film lässt dabei offen, ob es sich um eine Art neuen "Beruf" handelt oder die Menschen sich einfach vom realen Leben entfernt haben und nur noch darauf bedacht sind Informationen zu verteilen. So bietet "Streaming through life“ einen durchaus gerechtfertigten Denkanstoß.

die Dreharbeiten wurden in der letzten Woche abgeschlossen. Nun folgt die Postproduktion. Hier ein paar Bildeindrücke vom zu erwartenden Film: